Tennisverein im TuS Mayen e.V.
Aus der ehemaligen Tennisabteilung des TuS Mayen1886/1914 e.V. wurde der selbständige ... 

Tennisverein im TuS Mayen 1886/1914 e.V. 

In Mayen wird seit dem Jahre 1910 Tennis gespielt.

Die Casino-Gesellschaft hatte seinerzeit an der Herz-Jesu-Kirche einen Tennisplatz für ihre Mitglieder gebaut. Im Jahre 1920 gründete dann der Sportverein Rheinland eine Tennisabteilung unter dem Vorsitz von Dr. Schwetz. Im Turnverein Mayen wurde im darauf folgenden Jahr 1921 ebenfalls eine Tennis- abteilung ins Leben gerufen.

Der erste Tennisplatz entstand neben dem heutigen Schützenhof. Vereinslokal war das Cafe Waldfrieden. Der 1. Vorsitzende hieß seinerzeit Adolf Kaifer. Da 1922 bereits über 50 Mitglieder gezählt wurden, musste ein weiterer Tennisplatz gebaut werden.

Vereinsgeschichte

1925 wurden die Tennisplätze neben das Turnerhaus auf dem TuS-Gelände verlegt. Diese beiden neuen Plätze bekamen dann erstmalig die rote Deckschicht aus Ziegelsand. Von 1923 bis 1927 hatte Willi Schwarz das Amt des 1. Vorsitzenden inne.

1927 wechselte der Vorsitz wiederum zu Adolf Kaifer, ehe im Jahr1928 Herr Willi Krämer den Vorsitz übernahm. Willi Krämer hatte dieses Amt mit kurzer Unterbrechung immerhin 31 Jahre inne und hat somit die Entwicklung maßgeblich beeinflusst.

Im Jahre 1939 erfolgte der Zusammenschluss mit dem Sportverein Rheinland. Nach dem Zweiten Weltkrieg, der natürlich einen großen Einschnitt auch im Leben der Tennisabteilung bedeutete, waren die beiden Plätze unversehrt. Nachdem die französische Besatzungsmacht im Februar 1947 die Plätze freigab, wurde der Spielbetrieb unter dem Vorsitz von Willi Krämer wieder aufgenommen. Es waren die alten Mitglieder und Freunde, die voller Hoffnung und Optimismus das Leben der Tennisabteilung wieder aktivierten. Es ist beachtlich, dass schon im gleichen Jahr im Hotel "Sterngarten" ein Tennisball stattfand. Aufgrund der sich ständig steigernden Mitgliederzahl musste 1953 ein dritter Platz gebaut werden, dem sich 1958 ein Umkleidehäuschen zugesellte.

   

Vorstand von 1961, v.l. Franz Müller, W.Krämer, Hillesheim, Nowotny

Es war dies die Zeit, in der so bekannte Spieler wie Stefan Krämer, Dr. H. Orth, Ernst Breuer, Siegfried Neumärker, Liselotte Holbeck und andere in die Tennisabteilung eintraten und über Jahrzehnte die Geschicke dieser Abteilung wesentlich mitprägten. Einer von ihnen, Ernst Breuer, ist nach fast 70jähriger Vereinszugehörigkeit heute noch aktiv.

Außer den bereits zuvor namentlich erwähnten Mitgliedern kamen Spieler wie Klaus Hillesheim, Fred Roeckelein, Karl Münzel, Ottmar Orth, Erwin Drawenau, Alfred Franz, Jockei Müller und andere zum Einsatz. Bei den Damen waren vor allem Inge Thuy, Heiga Münzel, Anne Krämer, Hertha Thielen, Christel Wagner, Ilse Schwarz, Helgard Müller und andere erfolgreich. So wurden 1965 bereits vier Mannschaften gemeldet und die Mitgliederzahl war auf 140 angewachsen. Unter großen Bemühungen wurde ein vierter Platz gebaut. Es waren lange und zähe Verhandlungen, sowie viele vorbereitende Oberlegungen notwendig, ehe im Jahre 1966 mit dem Bau eines eigenen Clubheimes begonnen wurde.

Alle, die diese Zeit miterlebten, erinnern sich trotz der beengten Verhältnisse sicherlich gern an das damalige Clubleben zurück.

Ähnliche Entwicklungen wie unsere Tennisabteilung machten natürlich auch die Nachbarvereine mit. Vergleichsturniere, insbesondere mit den Tennisclubs in Andernach und Niedermendig, wurden zur schönen und beliebten Tradition. Auch zu gesellschaftlichen Ereignissen, die Dr. Bauer sehr pflegte, luden sich die Clubs gegenseitig ein, so dass im Laufe der Jahre Freundschaften von Club zu Club entstanden. An den vom Tennisverband organisierten Meden- und Poensgensplelen nahmen Turniermannschaften unserer Abteilung teil.

Im Jahre 1961 ging das Amt des 1. Vorsitzenden auf Dr. Alois Bauer über. Er war - wie sich herausstellen sollte - für die Tennisabteilung ein großer Glücksfall. Seiner unermüdlichen Tätigkeit und seinem erfolgreichen Einsatz verdanken wir die Tennisanlage und das Clubheim, so wie sie sich heute noch darstellen.

Spitzenquartett v.l. Dr.Orth, Röckelein, St.Krämer, E.Breuer

Neben Dr. Bauer war es vor allem das Clubmitglied Kurt Simon, der als Architekt und Bauleiter für unser Tennisheim verantwortlich zeichnete. Mit der feierlichen Einweihung im Juni 1968 nahmen wir ein Tennishelm in Besitz, um das uns seinerzeit viele Tennisclubs im weiten Umkreis beneideten.Wie wichtig dieses Tennisheim für die Intensivierung des Clublebens war, sollte sich bereits sehr bald zeigen: die Mitgliederzahl stieg ständig, die Anzahl der Turniermannschaften ebenfalls.

Herrenmannschaft von 1968, v.l. Dr.Alois Bauer, Karl Münzel, Klaus Hillesheim, Dr.Heino Orth, Kurt Simon, Fred Röckelein, Stefan Krämer, Ernst Breuer, Kurt Simon

Die Teilnahme von sieben Mannschaften im Jahr1968 und deren zum Teil erfolgreiches Abschneiden bestätigte, daß der richtige Weg eingeschlagen worden war. Durch Verpflichtung von Trainern gelang es, das spielerische Niveau zu verbessern und vor allem Jugendspieler zu fördern.

Als im Jahre 1974 der frühere Hockeyplatz entfiel und der Fußballplatz des TuS verlegt wurde, gelang es Dr. Bauer in zähem Ringen, Gelände für zwei weitere Tennisplätze abzuzweigen. Dr. Bauer legte 1975 sein Amt nieder. Die Tennisabteilung war auf über 200 Mitglieder angewachsen; sie verfügte über sechs Plätze und ein eigenes Clubheim. Ihm folgte Josef Orth in das Amt des 1. Vorsitzenden. Sein Bestreben war es, die eingeleitete Aufwärtsentwicklung der Tennisabteilung weiter zu fördern. In seiner Zeit nahm die Zahl der Mitglieder ständig zu. In gleichem Maße erhöhte sich natürlich auch die Zahl der Spieler, die in Turniermannschaften an den Meden- und Poensgenspielen teilnehmen wollten.

Jugendliche wie Stefan Krämer jr., Ernst Breuer jr., Ralf Münzel, Rainer Breuer und andere wurden an die bisherigen starken Spieler herangeführt und ergänzten sehr wirkungsvoll die Turniermannschaften.

Weitere Erfolge stellten sich ein: so spielte unsere 1. Damenmannschaft zeitweilig in der höchsten deutschen Spielklasse. Auch die 1. Herrenmannschaft hatte beachtliche Erfolge.

In den folgenden Jahren waren die Geschwister Sabine und Dirk Müller Ausnahmeerscheinungen in der Tennisabteilung. Aufgrund ihrer außerordentlichen Spielstärke erzielten sie beachtliche Erfolge auf nationaler und internationaler Ebene. Der jüngste Bruder, Jörg Müller, tritt jetzt in die Fußstapfen seiner beiden Geschwister und verweist bereits auf eine beachtliche Liste seiner Erfolge.

1.Damenmannschaft 1976, Aufstieg in die Oberliga, v.l. H.Müller, Helga Münzel, Christel Wagner, Sonja Biedermann, Susanne Kother, Sabine Müller

Leider, aber verständlicherweise, waren diese Spieler ebenso wie die Nachwuchstalente Ralf Münzel und Rainer Breuer auf Dauer nicht in unserer Tennisabteilung zu halten.

Im Oktober 1984 verstarb im Alter von 63 Jahren Herr Stefan Krämer. Er gehörte nicht nur zu den herausragenden Aktiven unserer Tennisabteilung, er war auch lange Jahre im Vorstand der Tennisabteilung und des Hauptvorstandes des TuS Mayen tätig. Stefan Krämer stand seit zehn Jahren an der Spitze des Tennisverbandes Rheinland und hatte die Position des 2. Vorsitzenden des Gesamtverbandes Rheinland-Pfalz-Saar inne.

Die 80er Jahre des vergangenen Jahrhundert brachten einige wichtige Veränderungen für den Verein an die sich der ehemalige Vorsitzende Hans A. Polch erinnert: "Als ich - quasi sehr gedrängt - als Neumitglied/Neubürger den Vorsitz übernahm, stand der Club seit längerem krisengeschüttet fast vor der Auflösung aus verschiedensten Gründen, wobei die hohe Verschuldung .... ein wesentliches Problem war und die Sanierung der ... Clubanlage verhinderte. In nur 6 Jahren gelang es dem Team, das Clubleben/Geselligkeit etc. wieder in Gang zu bringen, was zwangsläufig mit reduzierten sportlichen Erfolgen einhergehen musste. Aber: es wurden incl. Zuschüssen, Spenden, Unterstützung der Stadt rd. DM 400.000 investiert, ohne dass der Schuldenstand weiter anstieg (später ganz getilgt) alle 6 Plätze grundsaniert, Großteil der maroden Zaunanlage incl. teurer Betonmauern erneuert, Clubhaus-Außenfassade erneuert incl. Außenanlagen, Sanierung des fast baufälligen Materialschuppens, neue Heizungsanlage in Verbindung mit Erweiterung und Erneuerung der Umkleide- und Sanitäranlagen im EG, Einbau neuer Fenster, vollständige Erneuerung der Clubräume incl. Küche, neue Theke, Kühlanlage, neues Mobiliar etc. ...Hermann Kuhn wurde damals als Ehrenmitglied, ich als Ehrenvorsitzender verabschiedet."

Es versteht sich, dass eine so große und stark frequentierte Platzanlage auch viel Arbeit mit sich bringt. Es sind häufig Renovierungsarbeiten notwendig, in dem Clubhaus wurde eine Heizung installiert, es wurde ein Gerätehaus gebaut, sämtliche Plätze wurden mit einer Beregnungsanlage versehen, neue, höhere Zäune wurden errichtet und so weiter. Diese Maßnahmen sind natürlich kostspielig und müssen ausschließlich durch Mitgliedsbeiträge aufgebracht werden.

Umso dankbarer sind die Mitglieder den nachfolgenden Vorständen, zuletzt lange Jahre mit dem 1.Vorsitzenden Dieter Fischer, wenn man heute mit Stolz feststellen kann, dass der Tennisverein sich als schuldenfreier, selbständiger Verein mit hervorragender Jugendarbeit präsentiert. Zeugnis guter Vorstandsarbeit im Laufe der Geschichte des Tennisvereins ist nicht zuletzt der Mitgliedsbestand von fast 300 Tennisspielern in allen Altersklassen -

Der Text ist überwiegend der Jubiläumsschrift des TuS Mayen 1886/1914 e.V. zum 100-jährigen Jubiläum 1984 entnommen. Die Bilder sind aus dem Vereinsarchiv.

Ralf Münzel u. Rainer Breuer als hoffnungsvoller Nachwuchs 1976